KI-unterstützte Prozessentwicklung & Fließchemie

24. März 2025 |
News

Beschleunigung der Innovation in der chemischen Produktion

Die KI-gestützte Prozessentwicklung wird die Entwicklung effizienterer chemischer Prozesse vorantreiben. Verbesserte Prozesse führen zu weniger Arbeitsaufwand und Abfall. KI wird dazu beitragen, indem sie teilautonome Experimente ermöglicht und optimale Ausgangspunkte vorschlägt. Auch die Technologieauswahl wird von der KI unterstützt werden. Verbesserte Prozesse bieten einen Kostenvorteil. Darüber hinaus werden durch die Fließchemie neue chemische Umwandlungen ermöglicht, die in der Batch-Verarbeitung unmöglich sind, was sich erheblich auf die Abfallreduzierung auswirkt.

Schnelligkeit wird zum dominierenden Geschäftsfaktor, der Qualität und Kosten als primären Faktor ablöst. Dieser Wandel wird neue strategische Ansätze eröffnen. In Zukunft werden Pharmaunternehmen möglicherweise keine Technologien oder Produktionsanlagen mehr besitzen. Stattdessen könnten sie Technologien und Anlagen mieten, um so schnell wie möglich auf den Markt zu kommen und sicherzustellen, dass sie die ersten sind, die eine bestimmte Nachfrage befriedigen. Modularität und flexible Automatisierung – ermöglicht durch Konzepte wie das Module Type Package (MTP) – werden für die Beschleunigung der Produktion entscheidend sein. MTP ermöglicht die nahtlose Integration verschiedener Prozessmodule, ähnlich wie die USB-Technologie bei Computern. In dieser sich entwickelnden Landschaft wird sich nicht unbedingt die beste Lösung durchsetzen, sondern die schnellste Lösung zur Deckung der Nachfrage. KI wird die Entwicklungszeiten erheblich verkürzen und die Markteinführung beschleunigen.

Darüber hinaus kann das Teleskopieren, bei dem Syntheseschritte ohne Zwischenschritte verbunden werden, die Herstellungszeiten drastisch reduzieren. Dieser Ansatz kann manchmal auch finanziell gerechtfertigt sein, da er den Bedarf an Betriebskapital senkt.

Umfassende Datenmessung und Prozessdatenspeicherung werden die Grundlage für zukünftige Fortschritte sein. In der Vergangenheit wurden viele Prozesse entwickelt und dann unverändert gelassen. Die Prozessindustrie wird jedoch zunehmend erkennen, dass Prozesswissen eine Kernkompetenz ist, die durch einen datengesteuerten Ansatz gestärkt wird. Je mehr Prozessdaten verfügbar sind, desto effektiver kann KI den Betrieb unterstützen und Verbesserungen empfehlen. Folglich werden Datenmanagement und -analyse zu einem entscheidenden Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit. Kontinuierliches Lernen und Prozessoptimierung werden die Schlüsselfaktoren für langfristigen Erfolg sein.

Dr. Dirk Kirschneck, Strategic Director bei Microinnova, wird zusammen mit Dr. Daniel Heinrich(Axplora) und Martin Bindl(Evonik) an einer dynamischen Podiumsdiskussion teilnehmen, die von Roger LaForce(Dorra Europe) auf der Chemspec Europe moderiert wird. Der runde Tisch mit dem Titel AI and ESG: Shaping the Future of Sustainable Global Supply Chains, der von TKS veranstaltet wird, wird untersuchen, wie neue Technologien und ökologische, soziale und Governance-Grundsätze die Landschaft der Lieferketten verändern. Dr. Kirschneck freut sich darauf, seine Erkenntnisse und sein Fachwissen in dieses zukunftsweisende Gespräch einzubringen.